Quer einstieg - Der Ratgeber für's Quereinsteigen

Quereinstieg in das Berufsschullehramt

Viele Akademiker sind dem ansteigenden Druck ihres Arbeitgebers nicht mehr gewachsen – sie wollen etwas anderes, etwas Neues, machen. Den Quereinstieg in den Bildungsbereich bietet sich an, wenn Sie Freude daran haben, anderen Menschen etwas beizubringen. Voraussetzung für den Quereinstieg ins Lehramt an der Berufsschule ist, dass Sie das zu vermittelnde Wissen bereits mitbringen. Beispielsweise bietet sich der Wechsel aus der Forschung in die Lehre an.

Raum mit Computern

Quereinstieg in das Berufsschullehramt. Foto: Karl-Heinz Laube/pixelio.de

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Berufsschullehrer gesucht

Berufsschullehrer werden auch als Fachlehrer bezeichnet und sind in erster Linie für die Vermittlung von fachpraktischen Lerninhalten verantwortlich. Dafür sollen sie sich, und das gilt für Quereinsteiger im gleichen Maße, mit dem Berufsleben auskennen.

Gerade bei Berufsschullehrern ist die Chance, als Quereinsteiger eingestellt zu werden, groß. Deutschlandweit gefragt sind vor allem die Naturwissenschaften, da diese fast überall „Mangelfächer“ sind. Sprich: Es werden Lehrer gesucht. Möglichkeiten bieten sich demnach für Mathematiker, Ingenieure, IT-Fachleute und in einigen Regionen auch für Dolmetscher und Sozialpädagogen. Im Bauingenieurwesen, in der Informatik und der Volkswirtschaft werden ebenfalls Berufsschullehrer gesucht.

Viele der regulären Lehramtsstudenten meiden die Schulform „Berufsschule“, weil die Schüler als schwierig eingestuft werden – Alter, Motivation, soziale Herkunft und Nationalität sind sehr unterschiedlich, auch die Einsatzorte sind vielfältig. So gibt es die klassischen Berufsschulen für Auszubildende, Berufsvorbereitungsklassen für Schüler ohne Abschluss, Berufsfachschulen, in denen der mittlere Abschluss nachgeholt wird, sowie Fachschulen, Oberschulen und berufliche Gymnasien. An all diesen Orten werden Berufsschullehrer benötigt.

Voraussetzungen

Der Weg in das berufliche Lehramt ist in den Bundesländern individuell geregelt. Dennoch gibt es einige Voraussetzungen, die generell gelten. Das abgeschlossene Hochschulstudium ist dabei die wichtigste Anforderung. Weiterhin muss das Studium auch einen direkten Bezug zu dem ausgeschriebenen Lehrfach herstellen. In den allermeisten Fällen wird berufliche Praxis in dem erlernten Beruf erwartet.
Dabei schwanken die Zahlen abhängig vom Bundesland zwischen zwei und fünf Jahren. In einigen Ländern wie Brandenburg und dem Saarland haben Hochschulabsolventen, die in einem relevanten Fach ein Diplom vorweisen können, die Möglichkeit, sich als Berufsschullehrer zu bewerben und quer einzusteigen. Eine vorangehende praktische Tätigkeit oder Berufserfahrung ist dabei zwingend notwendig. In Mangelfächern wird hingegen öfters auf diesen Nachweis verzichtet.

Die quer einsteigenden Berufsschullehrer richten ihre Bewerbung direkt an die Schule. Dabei sollten sich aus dem Studium zwei Fächer ableiten lassen, denn nur dann ist in manchen Bundesländern auch die Verbeamtung zu realisieren. Fachkräfte können direkt eingestellt werden, aber wer kein zweites Fach unterrichtet und auch keine pädagogische Nachschulung vornimmt, wird grundsätzlich nicht verbeamtet. Oftmals werden Quereinsteiger nur als Urlaubsvertretung oder mit zeitlicher Begrenzung eingesetzt. Da die Schulen aber daran interessiert sind, Festangestellte zu beschäftigen, werden geeignete Kandidaten zu pädagogischen Weiterbildungen angeregt.

Es ist zur Gewohnheit geworden, Mangelfächer an Quereinsteiger mit Berufserfahrung auszuschreiben. Angehende Berufsschullehrer erlangen, wenn sie den sogenannten Vorbereitungsdienst, der in vielen Bundesländern sogar Pflicht ist, absolvieren, die reguläre Lehrerlaubnis. Diese erhalten sie durch die die Zweite Staatsprüfung, die im Anschluss an den Vorbereitungsdienst abgelegt wird.

Literatur

Das Quereinsteiger-Buch: So gelingt der Start in den Lehrerberuf

Marc Böhmann
Beltz, 1.Auflage
224 Seiten
ISBN-10: 3407255632
ISBN-13: 978-3407255631

Eur 23,05

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Traumberuf?

Berufsschulen haben trotz der hervorragenden Aussichten für Quereinsteiger oftmals keinen guten Ruf. Der Beruf ist tatsächlich auch nicht für jeden das Richtige, da noch viel stärker als in regulären Lehrämtern Probleme auftreten können. Lärm, wenig Disziplin und gezielte Störung des Unterrichts sind Themen, mit denen sich jeder angehende Quereinsteiger zwangsläufig beschäftigt.

Informationen dazu kann einschlägige Literatur zum Thema Quereinstieg ins Lehramt (zu erwerben bei amazon.de) bieten. Nützlich ist das vorherige Informieren vor allem, weil vielen Lehramts-Quereinsteigern didaktische Erfahrung fehlt, vor allem in Bundesländern, wo auf den Vorbereitungsdienst verzichtet wird, beispielsweise wie in Niedersachsen, wo der Einstieg direkt erfolgt.

In einigen Ländern wird erwartet, dass das Lehren praktisch gelernt wird. In anderen Ländern wie Nordrhein-Westfalen werden Quereinsteiger acht Stunden in der Woche pädagogisch geschult, müssen aber gleich 15,5 Wochenstunden unterrichten.

Wer keinen Spaß am Umgang mit Jugendlichen und Kommunikation hat, wird als Quereinsteiger im Berufsschullehramt keine Chance und Freude haben. Daher sollte die Entscheidung gut überlegt werden.

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