Quer einstieg - Der Ratgeber für's Quereinsteigen

Quereinstieg in das Lehramt: Hamburg

Hamburgs Lehrer kommen vermehrt in das Pensionsalter: Bis 2015 gehen einem Gutachten der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) rund 7.000 Lehrer in den Ruhestand – immerhin 40 Prozent der Pädagogen. Das Land wirbt daher offensiv um neue Lehrkräfte, auch Quereinsteiger haben besten Chancen. Der Bedarf an neu einzustellenden Lehrern kann, da die Schülerzahlen aufgrund der Attraktivität des Stadtstaates konstant bleiben, nicht allein durch die Lehramtskandidaten mit klassischer pädagogischer Ausbildung gedeckt werden.

Flagge Hamburgs

Quereinstieg in das Lehramt: Hamburg. Foto: Bernd Sterzl/pixelio.de

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Lehrer aus anderen Bundesländern werden angeworben und auch Quereinsteiger haben deshalb in Hamburg durchaus gute Aussichten auf einen Job. Allerdings nur, wenn ihre Fachrichtung zu den Fächern gehört, in denen Mangel an Lehrkräften herrscht.

Voraussetzungen

Die Chancen für Quereinsteiger in Hamburg sind abhängig vom Bedarf im jeweiligen Fach. Ein Mangel an Lehrkräften besteht zurzeit vor allem bei den MINT-Fächern insbesondere in Physik. Dafür werden Quereinsteiger aus der Fachrichtung Physik, aber auch aus der Meteorologie, der Ozeanografie und der Geophysik akzeptiert. An Berufsschulen sind auch etwa Absolventen der Elektrotechnik und der Metalltechnik zugelassen.

Dennoch müssen noch weitere Anforderungen erfüllt sein. Bewerber, die als Quereinsteiger in Hamburg in den Vorbereitungsdienst an Gymnasien und allgemeinbildenden Schulen planen, sollten nicht älter als 42 Jahre sein. Dann haben sie noch die Chance, in das Beamtenverhältnis übernommen zu werden. Voraussetzung ist auch ein Universitätsabschluss – entweder das Diplom oder der Master. Des Weiteren müssen Sie pädagogische und fachliche Erfahrungen nachweisen. Auf die Bewerbung folgt in der Regel eine zwei- bis vierwöchige Hospitation an einer Schule. Dann hält der Bewerber selbstständig eine Probestunde. Wenn auch diese Hürde genommen ist, muss noch ein eineinhalbjähriges Referendariat absolviert werden. Für das Lehramt an Berufsschulen sind die Voraussetzungen, die gleichen.

Mangelfächer

Neben Quereinsteigern aus bekannten MINT-Mangelfächern haben in einzelnen Fällen auch Diplom-Psychologen und -Psychologinnen, die sich auf die Fachrichtung Kinder- und Jugendhilfe spezialisiert haben, die Chance als Lehrer einzusteigen. Zurzeit ist für Quereinsteiger in Hamburg nur der Zugang in die dafür ausgeschriebenen Fächer möglich. Diese ändern sich zwar, Mangelfächer sind aber klassischerweise die Naturwissenschaften.

Trotz des sich abzeichnenden Bedarfs an zusätzlichen Lehrkräften hat Hamburg die Hürden für Quereinsteiger nicht herabgesetzt. Neben den allgemeinen Anforderungen wie Master- oder Diplom-Abschluss an einer Universität sollte das Studium neben der beruflichen Fachrichtung Nebenfächer wie Mathematik und Physik oder die Sprachen Deutsch, Englisch und Spanisch beinhalten. Gewünscht wird außerdem, dass die Bewerber bereits Unterrichtserfahrung gesammelt haben. Dies muss nicht explizit im schulischen Bereich sein. Lehraufträge an Uni und Berufsschulen können genauso geltend gemacht werden.

Literatur für den Lehramts-Quereinstieg

Abseits der fachlichen Einstiegshürden ist der Lehramts-Quereinstieg auch aus beruflicher Sicht eine Herausforderung.
Praxisbeispiele für einen erfolgreichen Quereinstieg in das Lehramt bieten eine gute Hilfestellung während der Entscheidungs- und Vorbereitungphase. Welche Strategien sind erfolgreich? Was sind Do’s, was sind Don’ts? Welches pädagogische und didaktische Grundgerüst ist Notwenig? Antworten auf diese Fragen finden sich in der Fachliteratur.

Hamburg ein spezieller Fall

Die Bundesländer regeln die Zulassung für die Quereinsteiger individuell. Im Vergleich zu den Anforderungen der Länder scheinen derzeit die Aussichten im übrigen Bundesgebiet momentan besser zu sein. Besonders in Nordrhein-Westfalen sind die Hürden für den Quereinstieg relativ niedrig. Wie das Beispiel Hamburg zeigt, ist es für Quereinsteiger immer dort schwierig, wo es sich um besonders attraktive Standorte handelt. Wer dagegen auch weniger attraktive Gegenden akzeptiert und sich beim Studium an den Voraussetzungen, vor allem hinsichtlich des zweiten Unterrichtsfaches orientiert, hat gute Chancen erfolgreich quer einzusteigen.

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