Quer einstieg - Der Ratgeber für's Quereinsteigen

Mit Soft Skills zum Quereinstieg

Neben der fachlichen Kompetenz beachten Personalchefs bei der Auswahl ihrer Bewerber häufig auch so genannte „weiche“ Fähigkeiten. Diese Soft Skills umfassen zum einen soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Kompromissbereitschaft und ein selbstbewusstes, offenes und sympathisches Auftreten. Zum anderen sind Persönlichkeitsmerkmale sowie Neigungen und Interessen der Bewerber von Bedeutung. Hierbei wird insbesondere Wert gelegt auf Flexibilität, Begeisterung für die Arbeit, selbständiges Handeln, Belastbarkeit und Entschlusskraft.

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Mit Soft Skills zum Quereinstieg. Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

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Gerade für Quereinsteiger gilt es beim Schreiben der Bewerbung auf ihre Schlüsselqualifikationen zu setzen, denn genau mit diesen können sie punkten. Etwa drei von vier deutschen Unternehmen setzen auf hohe Leistungsbereitschaft.

Was sind Soft Skills?

Die Bezeichnung Soft Skills stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt so viel wie „weiche“ Fähigkeiten. Damit stehen Soft Skills im Gegensatz zu den Hard Skills, die als harte Fähigkeiten die fachlichen Kompetenzen umschreiben. Soft Skills beschreiben die Persönlichkeit eines Menschen und seine zwischenmenschlichen Fähigkeiten. Problematisch wird bei Schlüsselqualifikationen oftmals angesehen, dass sie nicht messbar sind und daher subjektiv. Fachliche Kompetenz lässt sich weitaus leichter definieren und überprüfen.

Zu den sozialen Kompetenzen, die beruflich gefragt sind, gehören unter anderem Leistungsbereitschaft, Teamfähigkeit, Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen. Aber auch das Erlernen und Anwenden von unterschiedlichen Methoden stellt eine weiche Fähigkeit dar. Genau wie die Fähigkeit sich ständig neu zu motivieren. Ein hohes Maß an Motivation wird gerade Quereinsteigern immer wieder zugesprochen.

Deutschland ist nicht weich genug

Unternehmen, die auf Schlüsselqualifikationen bei der Einstellung ihrer Führungskräfte achten, sind in der Regel erfolgreicher als solche, die sich nur um fachliche Qualifikationen kümmern. Das meint zumindest Manager-Coach Harry Holzheu aus der Schweiz. Dieser attestiert europäischen Unternehmen, dass sie im Vergleich zu amerikanischen Firmen die Bedeutung von Kommunikations- und Teamfähigkeiten unterschätzten. So müssten soziale Werte wie Teamarbeit, Anerkennung der erbrachten Leistungen und Entwicklungsperspektiven im Job aus seiner Sicht an erster Stelle stehen. Dies würde die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter um ein vielfaches steigern. Das ist einer der Gründe, weswegen es Quereinsteiger in angelsächsischen Ländern viel leichter haben, in ihren Traumberuf einzusteigen. In diesen Ländern wird in stärkerem Maße auf Soft Skills geachtet als hierzulande. Gerade wer quer in den Job einsteigt, sollte Erfolge auf sozialer Ebene in die Bewerbung schreiben.

Es ist wichtig, dass Unternehmen aufgeschlossen gegenüber ihren Angestellten sind und deren Meinungen ernst nehmen, indem sie sich fortwährend Rückmeldungen einholen über das Unternehmen insgesamt, die Arbeitssituation oder das Führungspersonal. Solche Praktiken und Prozesse sind Holzheu zufolge in den Vereinigten Staaten stärker etabliert als in Europa. So ist es dort beispielsweise üblich, dass sich Vorgesetzte von ihren Mitarbeitern auf Probleme bei der Zusammenarbeit hinweisen lassen, oder dass Neueinsteiger ein Feedback über das Unternehmen geben. Betriebe, die sich bewusst für Quereinsteiger entscheiden, wissen gerade das bei diesen zu schätzen. Durch die nicht fachspezifische Ausbildung ist es Quereinsteigern oftmals möglich Arbeitsabläufe und das Unternehmen an sich anders zu beurteilen.

Soziale Kompetenzen nutzen allen

Der Nutzen für ein kommunikationsstarkes Unternehmen gründet sich auf den Dialog mit seinen Mitarbeitern. Wird dieser zur gängigen Praxis, können sich die Effekte sogar potenzieren. Wer auf soziale Kompetenzen im Unternehmen setzt, hat großes Potential, sich jedes Jahr weiter zu verbessern. Engagement, Loyalität und Motivation wirken sich auf den Erfolg des Unternehmens aus. Das zeigt, dass fachliche Kompetenz zum Teil sogar nur zweitrangig ist. Das Lernen von Schlüsselqualifikationen oder Soft Skills ist unabhängig vom Studien- oder Ausbildungsberuf.

Ein Quereinstieg kann sich etwa aus einer Kompetenz oder einem Talent entwickeln, dass Sie sich im Laufe Ihres Lebens angeeignet haben. Stellt sich heraus, dass Sie sehr teamfähig sind und gut die Leitung übernehmen können, dies in Ihrem aktuellen Beruf aber ohne Bedeutung ist, ist es möglich, sich in genau in dieser Richtung umzusehen. Damit schöpfen Sie nicht nur Ihr eigenes Potenzial besser aus, sie verbessern auch das des Unternehmens. Die größte Hürde, die Sie dabei nehmen müssen, ist das Bewerbungsschreiben. Das ist zumeist die einzige Möglichkeit einen Personaler mit Ihren sozialen Kompetenzen zu beeindrucken. Am besten bringen Sie dafür konkrete Beispiele oder Weiterbildungen an, denn ansonsten sind Soft Skills nichts als leere Worte.

Sozial weiterbilden

Neben Weiterbildungen im fachlichen Bereich ist es auch möglich, Schlüsselqualifikationen weiter auszubauen oder sich anzueignen. Oftmals werden Sie diese Fähigkeiten schon mitbringen, aber wenn nicht ist einer Weiterbildung sehr zu empfehlen. Heutzutage werden Soft Skills in jeder Branche erwartet und außerdem sind sie für das berufliche Weiterkommen von großer Bedeutung. Für Quereinsteiger sind es die Kompetenzen mit denen sie an erster Stelle punkten können. Ausgeprägte Teamfähigkeit, Kreativität oder auch besondere Sprachkenntnisse können genau das sein, was der Personaler sucht. Für Quereinsteiger gilt, dass sie ihre sozialen Kompetenzen in den Vordergrund stellen.

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