Quer einstieg - Der Ratgeber für's Quereinsteigen

Quereinstieg in das Lehramt in Bayern

Für viele ist Lehren ein Traumberuf. Manchmal wird diese Leidenschaft erst entdeckt, wenn es vermeintlich schon zu spät ist – nämlich mitten im Studium oder sogar erst nach dem Abschluss. Doch es gibt mehr als nur einen Weg diese Karriere in Angriff zu nehmen. Besonders an den bayrischen Gymnasien fehlen Hunderte Lehrer, deswegen sind hier immer öfter auch Quereinsteiger gefragt. Wer sich für den Beruf interessiert, hat daher nicht selten auch ohne Lehramtsstudium die Chance, ins Referendariat einzusteigen.

Flagge Bayerns

Quereinstieg in das Lehramt: Bayern. Foto: Stihl024/pixelio.de

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Voraussetzung hierfür ist ein Hochschulabschluss in einem sogenannten Mangelfach, also einem Fach, das nicht vollständig mit Bewerbern, die eine herkömmliche Ausbildung mit dem Ersten Staatsexamen vorweisen, besetzt werden kann.

Voraussetzungen

Gute Chancen bei einem Quereinstieg haben vor allem Hochschulabsolventen mit Diplom- oder Magisterabschluss sowie Universitätsassistenten in einem der Mangelfächer. Im besten Fall lässt sich aus dem Studium auch ein zweites Unterrichtsfach ableiten. Absolventen der Informatik etwa sind auch in der Lage, Mathematik zu unterrichten. Das gleicht gilt auch für Studenten der Meteorologie, die Physik und zuweilen auch Chemie unterrichten können.

Das bayrische Gesetz regelt den Quereinstieg in den Lehrerberuf wie folgt: Wer nach einem dem Lehramtsstudium fachlich verwandten Studium die Befähigung für ein Lehramt anstrebt, sollte zunächst prüfen lassen, in welchem Umfang Studienzeiten und bisher erbrachte Leistungsnachweise als Ersatz für die Zulassungsvoraussetzungen zur Ersten Staatsprüfung angerechnet werden können. In begrenztem Umfang gilt das nicht nur für Universitäts-, sondern auch für Fachhochschulstudiengänge. Mit einem Fachhochschulabschluss ist der Zugang ins Lehramt an Berufsschulen gegeben. Nach erfolgreichem Abschluss der ersten Staatsprüfung ist schließlich die Meldung zum Vorbereitungsdienst möglich.

Literaturtipps für den Lehramts-Quereinstieg

Selbst wenn die von Bayern vorausgesetzte fachliche Qualifikation für den Quereinstieg ins Lehramt erfüllt ist, stellt die Lehramts-Praxis weitere Anforderungen an den Bewerber – Stichwort Didaktik, Pädagogik oder Unterrichtsplanung. Für die Entscheidungsfindung ist Literatur mit entsprechenden Hinweisen hilfreich.

Schulformen und Sonderregelungen

In Bayern werden die Zugangsvoraussetzungen für Quereinsteiger vor allem nach der Schulform unterschieden, dazu gehören Grund- und Hauptschule, Förderschule, Realschule, Gymnasium sowie berufliche Schulen. Generell haben in Bayern nur Quereinsteiger mit Mangelfächern eine realistische Chance. Stehen herkömmlich ausgebildete Bewerber mit einer entsprechenden Lehramtsbefähigung nicht zur Verfügung, kann das Staatsministerium außerdem eine Sondermaßnahme einrichten.

Fehlen Bewerber mit einer grundständigen Lehrerausbildung, findet der Wettbewerb der Prüfungsteilnehmer um Einstellung in den staatlichen Schuldienst nicht mehr statt. Das bedeutet, dass Bewerbern, die keine erste Staatsprüfung, jedoch einen anderen relevanten Universitätsabschluss vorweisen, unter gewissen Voraussetzungen der Eintritt in das Referendariat und somit die Zulassung zur zweiten Staatsprüfung ermöglicht wird. Die Sondermaßnahmen sind nur für entsprechende Fächer und Schulformen ausgeschrieben, auf die sich Interessenten, die über den geforderten Abschluss verfügen, innerhalb der laufenden Frist bewerben. Für geeignete Bewerber kann dann entsprechend Art. 22 BayLBG eine Lehramtsbefähigung festgestellt werden. Momentan sieht das Land Bayern diese Form für Quereinsteiger Lehrer zu werden nicht vor. Aktuelle und in absehbarer Zukunft sind aufgrund der Bedarfsentwicklung keine Sondermaßnahmen geplant. Zuständig für den Quereinstieg in den Lehrerberuf in Bayern ist das bayrische Staatsministerium für Unterricht und Kultus.

Wer grenznah wohnt, kann sein Glück auch in Baden-Württemberg versuchen. Generell gilt jedoch, dass Lehrer in Nord- und in Ostdeutschland vermehrt gesucht werden. Nur dort, wo der Bedarf hoch ist, haben Quereinsteiger eine gute Chance.

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