Quer einstieg - Der Ratgeber für's Quereinsteigen

Quereinstieg in die Pflege

Aufgrund des demografischen Wandels und der zunehmenden Alterung der Gesellschaft in Deutschland werden Pflegeberufe immer wichtiger. Daher ist es wichtig, die Versorgung mit Pflegepersonal zu sichern. Quereinsteiger haben so sehr gute Chancen einen Job in der Allgemein- oder in der Altenpflege zu finden, da der Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal hoch ist.

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Quereinstieg in die Pflege. Foto: Benjamin Thorn/pixelio.de

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Der ambulante Pflegebereich

Vor allem im ambulanten Bereich werden Mitarbeiter gesucht. Für den schnellen Quereinstieg ist der Pflegehelfer interessant; diese absolvieren in der Regel einen Pflegebasiskurs, der einen Umfang von 200 Stunden hat. Das Rote Kreuz bietet solche Kurse für unter 500 Euro an. Ambulante Dienste erwarten jedoch meistens eine Fahrerlaubnis.

Im ambulanten Bereich suchen sich die Pflegefälle das Geschlecht der Pfleger selber aus. Zumeist werden Frauen gewünscht, weswegen gerade in diesem Bereich verstärkt nach weiblichen Mitarbeitern gesucht wird. In Ballungszentren liegt die Gefahr, als Pflegehelferin arbeitslos zu werden, fast bei null. Auch männliche Pflegehelfer werden in Metropolregionen immer häufiger eingestellt, da sich die Arbeitgeber es kaum leisten können, Bewerber abzulehnen. Jobs in der Pflege können also eine gewisse berufliche Sicherheit bieten.

Berufsmöglichkeiten gibt es im ambulanten Bereich zahlreiche: Zu einem großen Teil werden Jobs aus der Pflege auch vom Arbeitsamt gefördert und sind eine gute Gelegenheit für Quereinsteiger, die sich beruflich verändern wollen.

Betreuungsassistent

Ein Betreuungsassistent ist für demenzkranke Menschen zuständig. Die Ausbildung dauert zwar nur wenige Wochen, aber es werden Bewerber bevorzugt, die den Pflegebasiskurs absolviert haben. Dieser wird oftmals vom Arbeitsamt finanziert. In jedem Fall lohnt sich der Kurs, wenn Sie planen, als Quereinsteiger in einen Pflegeberuf zu wechseln.

Heilerziehungshelfer

Eine verkürzte Ausbildungszeit gibt es auch bei dem Beruf des Heilerziehungshelfers. Die Ausbildung für diesen Pflegeberuf, in dem vor allem mit behinderten Menschen gearbeitet wird, dauert ein Jahr. Allgemein wird sehr stark nach Bewerbern für diese Ausbildung gesucht, da die Arbeit sehr fordernd und belastend ist. Die Pflege von geistig und körperlich behinderten Heimbewohnern wird oft als große Herausforderung angesehen. Selbst im Vergleich zu der Pflege von älteren Menschen wird die Arbeit mit beeinträchtigten Menschen als weitaus schwerer empfunden. Hier werden meist Quereinsteiger eingestellt, die bereits Erfahrungen in der Pflege mitbringen.

Krankenhausumfeld

Beliebte Jobs in der Pflege finden sich im Krankenhaus. Kranken-Pflege-Assistenten durchlaufen ebenfalls eine Ausbildungsdauer von einem Jahr. Abhängig von dem Bundesland werden in Krankenhäusern auch Stationshilfen und Patientenbegleiter ohne jegliche Vorerfahrung eingestellt – das bietet sich für den Quereinstieg an. Deren Aufgabe ist es, Essen zu den Patienten zu bringen oder Betten zu transportieren. Für die Reinigung von OP-Räumen werden Quereinsteiger zu Sterilisationsassistenten ausgebildet, auch diese Ausbildung lässt sich schnell absolvieren. Das Rote Kreuz bietet weiterhin auch kurze Ausbildungen in Pflegeberufen, etwa zum Rettungsdiensthelfer an. Wenn Sie mehr Zeit investieren, ist es auch möglich, sich als Quereinsteiger zum Rettungssanitäter ausbilden zu lassen.

Arbeit im Gesundheitswesen

Für Quereinsteiger, die sich in der Pflege selbstständig machen wollen, ist betriebswirtschaftliches Verständnis und eine kundenorientierte Unternehmerpersönlichkeit unerlässlich. Die Heilpraktikerprüfung des zuständigen Gesundheitsamtes befähigt Sie, einer Tätigkeit als Heilpraktiker nachzugehen. Bedenken Sie jedoch, dass die Kurse für diese Prüfung oftmals sehr teuer sind und Sie diese Kosten alleine tragen. Für die Prüfung ist die Teilnahme an den Kursen keine Pflicht. Dennoch fallen auch Kosten für die Prüfungsgebühr an. Wie viel Sie für die Prüfungsanmeldung bezahlen müssen, hängt vom Bundesland ab. Als Heilpraktiker sind Sie einer großen Konkurrenz ausgesetzt, weswegen dieser Schritt gründlich überlegt sein will. Viele Quereinsteiger wagen es dennoch, sich selbstständig zu machen: So gibt es etwa auch Gesundheitsberater, Typ-Berater und selbstständiger Fitness- oder Personal Trainer.

Gesetzlicher Betreuer

Es gibt viele weitere Wege, um als Quereinsteiger einen Job in einem Pflegeberuf zu finden. Gesetzliche Betreuer werden vom Vormundschaftsgericht bestellt, wenn Volljährige wegen Erkrankung oder dergleichen ihre Angelegenheiten nicht selber regelen können. Es besteht die Möglichkeit, sich als gesetzlicher Betreuer bei den regionalen Betreuungsbehörden wie Gesundheits- oder Jugendamt registrieren zu lassen. Zwar ist keine Ausbildung vorgeschrieben, aber Voraussetzung sind gute Rechts- und Verfahrenskenntnisse. Hier ist der Quereinstieg erfolgsversprechend, wenn Sie durch Ihre bisherige Ausbildung bereits juristische Erfahrungen sammeln konnten.

Arbeit mit Kindern

Um mit Kindern zu arbeiten, bedarf es für den Quereinstieg fast immer eine Zusatzausbildung, die längere Zeit in Anspruch nimmt. Als Tagesmutter sind Sie grundsätzlich auf selbstständiger Basis beschäftigt. Aber Jugendämter und private Bildungsträger bieten Kurse wie „Qualifizierung von Tagespflegepersonen“ an. Die Tätigkeit eignet sich aufgrund der begrenzten Kinderanzahl jedoch nur als Nebenverdienst. Streben Sie an in Kindergärten als Erzieher zu arbeiten, müssen Sie in den meisten Bundesländern eine dreijährige Ausbildung zum staatlich geprüften Erzieher absolvieren.

Tipps

Bevor Sie als Quereinsteiger in die Pflege einsteigen, sollten Sie ein Praktikum durchführen. Jobs in der Pflege sind sehr belastend. Schicht- und Wochenendarbeit gehören dazu genauso wie eine oftmals magere Bezahlung zum Berufsalltag. Damit Quereinsteiger keine bösen Überraschungen erleben, bietet es sich an die Arbeit vorher genau zu inspizieren und auszuprobieren. Das ist auch mit Zeitarbeit möglich.

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