Quer einstieg - Der Ratgeber für's Quereinsteigen

Quereinstieg als Erzieher

Der Beruf des Erziehers bietet eine spannende Zukunftsperspektive – auch für Quereinsteiger. Gezielte Ausbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten erleichtern Umsteigern den Anfang und helfen dabei, gut in den neuen Beruf zu starten. Nach einer Weiterbildung bieten sich sehr gute Jobchancen, denn Erzieher werden in einigen Regionen verzweifelt gesucht. Einsatzmöglichkeiten gibt es in Kindergärten, Heimen, in der Jugendarbeit sowie in der Behindertenbetreuung und Erwachsenenbildung.

Lachende Kinder

Quereinstieg als Erzieher. Foto: Heike Berse/pixelio.de

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Voraussetzungen

Ein Quereinstieg in den Erzieherberuf eignet sich für Menschen, die nach Jahren der Berufstätigkeit eine neue Tätigkeit suchen oder auch nach oder während einer Erziehungs- oder Familienphase aus ihrer pädagogischen Arbeit eine berufliche Qualifikation machen wollen. Nicht selten ist es auch notwendig, aufgrund einer ungünstigen Arbeitsmarktsituation den Beruf zu wechseln. Eine pädagogische Tätigkeit ist dabei eine Möglichkeit der Neuorientierung. Gewisse Voraussetzungen sollten jedoch gegeben sein, damit ein Quereinstieg in den Beruf gelingt. Dazu gehört in erster Linie ein großes Interesse an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen oder, je nach Einsatzgebiet, mit Erwachsenen. Wichtig sind darüber hinaus Einfühlungsvermögen, Kontaktfreude und Verantwortungsbewusstsein sowie ein gewisses Organisationstalent – neben den unerlässlichen Qualifikationen, die zu den Voraussetzungen gehören.

Infografik: Qualifikation von Erziehern

Die Grafik zeigt mit welcher Qualifikation die meisten Erzieher in Kindertagesstätten angestellt sind. Quereinsteiger machen bisher nur einen relativ kleinen Anteil aus. Quelle: Statistisches Bundesamt

Digramm Qualifikation von Erziehern

Der Weg zum Beruf

Für einen erfolgreichen Quereinstieg in den Erzieherberuf ist in der Regel eine entsprechende Ausbildung mit staatlicher Prüfung erforderlich. Diese ist landesrechtlich geregelt und gestaltet sich in jedem Bundesland anders. Meistens werden ein mittlerer Bildungsabschluss und eine pädagogische Vorbildung oder auch Praktika verlangt, um zur Ausbildung zugelassen zu werden. In der Ausbildungsstätte lässt sich schließlich in Erfahrung bringen, inwiefern eine erste Ausbildung, oder auch bereits absolvierte Kurse oder Berufserfahrung angerechnet werden können. Die eigentliche Aus- beziehungsweise Weiterbildung dauert etwa zwei bis vier Jahre und setzt sich aus dem theoretischen Teil in der Schule mit Praktika und dem Anerkennungsjahr zusammen. Letzteres besteht aus einem einjährigen Berufspraktikum, das zur staatlichen Anerkennung erforderlich ist. Es kann verkürzt werden, wenn der Quereinsteiger bereits sozialpädagogisch tätig war oder eine entsprechende Ausbildung hat. In einigen Fällen kann das Praktikum sogar entfallen, wenn gleichzeitig im Abschlusszeugnis ein Mindestnotendurchschnitt erreicht wurde.

Manche Bundesländer bieten Quereinsteigern in den Erzieherberuf die Möglichkeit, die Studienzeit durch eine Aufnahmeprüfung zu verkürzen – wer diese besteht, kann gleich in das zweite Ausbildungsschuljahr einsteigen. Auch wer Abitur oder einen höheren Abschluss besitzt oder im Bereich der Sozialpädagogik bereits Studienleistungen erbracht hat, kann die Ausbildungszeit verkürzen.

Literatur

Chancen auf den Einstieg als Erzieher

Die Chancen für Quereinsteiger im Erzieherberuf sind sehr gut, denn der Bedarf ist groß. Auch Männer sind gefragt: Zwar sind sie nach wie vor in der Minderheit, sie werden aber benötigt, um den Kindern auch männliche Modelle als Vorbilder anzubieten. Quereinsteiger, die die Prüfung zum staatlich anerkannten Erzieher absolvieren, haben derzeit sehr gute Chancen, in ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen zu werden. Wer sich im Nachhinein noch weiterbilden möchte, dem stehen zudem verschiedene Zusatzausbildungen zur Verfügung, im Rahmen derer man sich spezialisieren kann, zum Beispiel auf Kinder mit Behinderungen.

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