Quer einstieg - Der Ratgeber für's Quereinsteigen

Warum einen Quereinstieg wagen?

Was tun, wenn die Arbeit keinen Spaß mehr macht, nicht den ursprünglichen Vorstellungen entspricht oder nicht mit dem Privatleben zu vereinbaren ist? Die Antwort liegt auf der Hand: Eine andere Tätigkeit suchen. Quereinsteiger sind Arbeitnehmer, die die berufliche Richtung wechseln, ohne die hierfür übliche Ausbildung durchlaufen zu haben.

Mann überblickt Wasser

Warum einen Quereinstieg wagen? Foto: Peter Freitag/pixelio.de

Anzeige

Für den Jobwechsel gibt es zahlreiche Möglichkeiten, anders als noch vor einigen Jahren: Bewerber, die aus anderen Branchen in eine neue wechseln wollten oder ein fachfremdes Studium absolviert hatten, waren früher bei Personalabteilungen wenig beliebt. Doch die Zeiten haben sich geändert: Inzwischen rekrutieren Unternehmen bewusst Quereinsteiger, denn diese bringen oft frischen Wind ins Alltagsgeschäft. Auch der Fachkräftemangel und der demografische Wandel begünstigen den Quereinstieg: Die Zahl qualifizierter Spezialisten sinkt und viele Unternehmen können auf dem Arbeitsmarkt nicht genügend Experten finden. Da sie jedoch für innovative Ideen, neue Geschäftsmodelle und gut durchdachte Lösungen kreative Köpfe brauchen, haben Quereinsteiger heute gute Chancen.

Diagramm Warum Quereinstieg?

2/3 der Deutschen können sich einen Berufswechsel vorstellen. Was sind die Gründe? Quelle: Kelly Global Workforce Index

Wer zu dem Schluss kommt, dass ihm nur ein Wechsel der Fachrichtung zum beruflichen Glück verhilft, sollte sich bereits im Voraus über mögliche Hindernisse informieren. Ein Quereinstieg will gut geplant sein – bevor ein Angestellter sich von seiner ursprünglichen Branche abwendet, sollte er die eigenen Karrierebedürfnisse und auch die Zukunftschancen im gewünschten Berufsfeld kennen. Eine gute Beratung ist dabei nur zu empfehlen, damit die eigenen Stärken und Schwächen deutlich werden und sich zeigt, woraus die neue Tätigkeit bestehen sollte. Die Sicht von außen ist wichtig für eine realistische Einschätzung. Dafür können sich Interessierte an Karrierecoaches wenden oder auch an die Arbeitsagentur, die bei der Berufsorientierung hilft und sogar gesetzlich dazu verpflichtet ist, jedem Ratsuchenden beizustehen – ob es sich um einen Berufsanfänger handelt oder um einen Wechselwilligen.

Unabhängig von der Beratung sollte sich allerdings jeder mit der Frage beschäftigen, was ihn an der angepeilten Branche interessiert und ob seine Talente und Fähigkeiten den Anforderungen des neuen Berufes entsprechen, bevor er sich fachfremd bewirbt. Wer feststellt, dass einige unverzichtbare Kompetenzen fehlen, muss überlegen, ob geeignete Fortbildungen mit der aktuellen Arbeitssituation vereinbart werden können. Eine gute Möglichkeit sind Fernstudiengänge, die oft auf die Bedürfnisse Berufstätiger zugeschnitten sind. Berufsbegleitend zu studieren bedeutet, die aktuelle Stelle muss nicht gekündigt werden – besonders viele Angebote für Fernstudiengänge gibt es in den Bereichen Wirtschaft und Informatik.

Derzeit haben Quereinsteiger vor allem in der IT-Branche und in der Unternehmensberatung sehr gute Chancen und in Zeiten der Personalnot haben sie sogar in ansonsten reglementierten Berufen die Möglichkeit eine Stelle zu erhalten, zum Beispiel als Lehrer. Sobald sich nicht genügend Bewerber mit Erstem und Zweitem Staatsexamen auf dem Arbeitsmarkt befinden, um den Bedarf an Lehrkräften zu decken, sind Seiteneinsteiger gefragt. Diese haben gegebenenfalls auch ohne Referendariat und pädagogische Ausbildung die Chance, den Lehrerberuf auszuüben. Besonders gilt das in chronisch unterbesetzten Fächern wie Physik und Chemie.

Anzeige