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Stellenangebote für Quereinsteiger

Inzwischen gibt es Jobportale, die sich auf Quereinstiege spezialisiert haben. Wer dort sucht, bekommt Offerten, die sich aufgrund der Anforderungen entweder besonders für Quereinsteiger eignen, oder die auch speziell für solche ausgeschrieben sind.

Für den enormen Fachkräftemangel, der in einigen Branchen herrscht, gibt es zahlreiche Gründe. Die demografische Entwicklung in Deutschland ist nur eine davon. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes werden 2050 etwa sieben Millionen Menschen weniger in Deutschland leben. Dadurch wird die Suche nach angemessenen Bewerbern immer schwieriger. Einige Unternehmen sind bereits dazu übergegangen Stellen auch unmittelbar für Quereinsteiger auszuschreiben.

Nicht jede Branche sucht im gleichen Ausmaß nach Quereinsteigern. Stellenangebote im Verkauf richten ihre Inserate zu rund 38 Prozent auch an fachfremde Bewerber. Andere Branchen, die verstärkt auf Quereinstiege setzt, sind die IT und auch die Telekommunikation. Generell lässt sich festhalten, dass technische Berufe besonders offen gegenüber Quereinsteigern sind. Dennoch sind bisher zu wenig Stellenangebote im Umlauf, die sich speziell an diese Berufsgruppe richtet.

Neue Ansätze – mehr Quereinsteiger

In vielen anderen Ländern sind Quereinsteiger nicht solche Exoten wie in Deutschland. Vor allem im angelsächsischen Raum sind die Berufsgruppen oft nicht so eng definiert. Wichtiger als eine spezielle Ausbildung sind dort Soft Skills, also Schlüsselqualifikationen und praktische Erfahrung. So überrascht es nicht, dass ein neuer Ansatz hier in Deutschland, der Quereinsteigern auf dem Arbeitsmarkt helfen soll, aus Neuseeland stammt. Die Jobbörse talentfrogs versucht beispielsweise, Kompetenzen in den Mittelpunkt zu rücken. Die Jobs sind nach Talenten, die der Bewerber mitbringen soll, geordnet. Zur Auswahl stehen 20 verschiedene Soft Skills aus denen Quereinsteiger wählen können.

Es bedarf mehr solcher Ideen um die Vermittlung von Quereinsteigern zu steigern. In den Köpfen vieler Personaler steckt noch immer die Idee, dass fachfremde Mitarbeiter nur eine Notlösung darstellen. Dabei bringen viele eine sehr hohe Motivation, besondere Stärken und branchenübergreifendes Denken mit. Diese Eigenschaften dienen einem Unternehmen oftmals mehr als ein vorgeschriebener Abschluss.

Literatur

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Herkömmliche Stellenangebote

Quereinsteiger sind nicht darauf angewiesen, dass Personaler sie in Ausschreibungen explizit ansprechen. Zu bedenken ist aber, dass die Aussichten bei klassischen Stellenangeboten eher gering sind. Wichtig ist für Quereinsteiger in diesem Fall, dass sie in ihrer Bewerbung vermitteln, dass sie genau wissen was sie wollen, sie sich intensiv vorbereitet haben und strategisch vorgehen. Anstatt fachliche Kompetenzen hervorzuheben, wie es üblich ist, sollten Quereinsteiger bei der Bewerbung mit ihren Soft Skills punkten. Oftmals ist es sinnvoller sich initiativ zu bewerben oder ein Stellengesuch aufzugeben, weil Sie dann nicht in Konkurrenz zu anderen, speziell für die Stelle ausgebildeten Bewerbern, stehen.

Wer genug Mut und Eigeninitiative mitbringt, findet als Quereinsteiger Angebote, die passend sind. Haben Sie keine konkrete Branche im Blick, lohnt es sich gezielt nach Stellenangeboten zu suchen, die auch fachfremdes Personal ansprechen.

Quereinstieg in das Lehramt in Bayern

Voraussetzung hierfür ist ein Hochschulabschluss in einem sogenannten Mangelfach, also einem Fach, das nicht vollständig mit Bewerbern, die eine herkömmliche Ausbildung mit dem Ersten Staatsexamen vorweisen, besetzt werden kann.

Voraussetzungen

Gute Chancen bei einem Quereinstieg haben vor allem Hochschulabsolventen mit Diplom- oder Magisterabschluss sowie Universitätsassistenten in einem der Mangelfächer. Im besten Fall lässt sich aus dem Studium auch ein zweites Unterrichtsfach ableiten. Absolventen der Informatik etwa sind auch in der Lage, Mathematik zu unterrichten. Das gleicht gilt auch für Studenten der Meteorologie, die Physik und zuweilen auch Chemie unterrichten können.

Das bayrische Gesetz regelt den Quereinstieg in den Lehrerberuf wie folgt: Wer nach einem dem Lehramtsstudium fachlich verwandten Studium die Befähigung für ein Lehramt anstrebt, sollte zunächst prüfen lassen, in welchem Umfang Studienzeiten und bisher erbrachte Leistungsnachweise als Ersatz für die Zulassungsvoraussetzungen zur Ersten Staatsprüfung angerechnet werden können. In begrenztem Umfang gilt das nicht nur für Universitäts-, sondern auch für Fachhochschulstudiengänge. Mit einem Fachhochschulabschluss ist der Zugang ins Lehramt an Berufsschulen gegeben. Nach erfolgreichem Abschluss der ersten Staatsprüfung ist schließlich die Meldung zum Vorbereitungsdienst möglich.

Literaturtipps für den Lehramts-Quereinstieg

Selbst wenn die von Bayern vorausgesetzte fachliche Qualifikation für den Quereinstieg ins Lehramt erfüllt ist, stellt die Lehramts-Praxis weitere Anforderungen an den Bewerber – Stichwort Didaktik, Pädagogik oder Unterrichtsplanung. Für die Entscheidungsfindung ist Literatur mit entsprechenden Hinweisen hilfreich.

Schulformen und Sonderregelungen

In Bayern werden die Zugangsvoraussetzungen für Quereinsteiger vor allem nach der Schulform unterschieden, dazu gehören Grund- und Hauptschule, Förderschule, Realschule, Gymnasium sowie berufliche Schulen. Generell haben in Bayern nur Quereinsteiger mit Mangelfächern eine realistische Chance. Stehen herkömmlich ausgebildete Bewerber mit einer entsprechenden Lehramtsbefähigung nicht zur Verfügung, kann das Staatsministerium außerdem eine Sondermaßnahme einrichten.

Fehlen Bewerber mit einer grundständigen Lehrerausbildung, findet der Wettbewerb der Prüfungsteilnehmer um Einstellung in den staatlichen Schuldienst nicht mehr statt. Das bedeutet, dass Bewerbern, die keine erste Staatsprüfung, jedoch einen anderen relevanten Universitätsabschluss vorweisen, unter gewissen Voraussetzungen der Eintritt in das Referendariat und somit die Zulassung zur zweiten Staatsprüfung ermöglicht wird. Die Sondermaßnahmen sind nur für entsprechende Fächer und Schulformen ausgeschrieben, auf die sich Interessenten, die über den geforderten Abschluss verfügen, innerhalb der laufenden Frist bewerben. Für geeignete Bewerber kann dann entsprechend Art. 22 BayLBG eine Lehramtsbefähigung festgestellt werden. Momentan sieht das Land Bayern diese Form für Quereinsteiger Lehrer zu werden nicht vor. Aktuelle und in absehbarer Zukunft sind aufgrund der Bedarfsentwicklung keine Sondermaßnahmen geplant. Zuständig für den Quereinstieg in den Lehrerberuf in Bayern ist das bayrische Staatsministerium für Unterricht und Kultus.

Wer grenznah wohnt, kann sein Glück auch in Baden-Württemberg versuchen. Generell gilt jedoch, dass Lehrer in Nord- und in Ostdeutschland vermehrt gesucht werden. Nur dort, wo der Bedarf hoch ist, haben Quereinsteiger eine gute Chance.

Quereinstieg in das Lehramt: Hessen

Berufsbegleitende Qualifikation

Relativ neu ist in Hessen außerdem die Möglichkeit einer berufsbegleitenden Qualifizierung, an deren Ende der Erwerb einer dem Lehramt gleichgestellten Eignung steht. Das Programm nennt sich „Quereinstieg in den Schuldienst“ (QuiS). Es dauert bis zu drei Jahren und umfasst fachliche, pädagogische sowie fachdidaktische Kompetenzbereiche.

Durchgeführt wird die Qualifizierung in wissenschaftlichen Weiterbildungskursen und an Studienseminaren. Die Zulassungsvoraussetzungen für das Programm sind ein Universitätsabschluss – entweder Diplom/Magister oder Master –, der das Unterrichten von zwei Fächern ermöglicht und eine mindestens fünfjährige Berufserfahrung im studierten Berufsfeld. Zur Bewerbung wenden sich Interessenten an das hessische Kultusministerium. Auf der Webseite des Kultusministeriums finden Sie ein Antragsformular für die Zulassung zum Auswahlverfahren, das Sie direkt ausfüllen können. Weiterhin fügen Sie der Bewerbung den Lebenslauf, eine beglaubigte Kopie des Abschlusszeugnisses der Universität sowie detaillierte Nachweise über berufliche Tätigkeiten im studierten Berufsfeld zu.

Abschluss und Vermittlung

Nach Eingang der Unterlagen erhalten Bewerber schließlich einen Bescheid, ob sie zum Auswahlverfahren zugelassen werden. In diesem wird festgestellt, welches Lehramt mit den Qualifizierungen angetreten und welche zwei Unterrichtsfächer sich aus dem Studienabschluss ableiten lassen. Der Bescheid bedeutet jedoch nicht direkt die Einstellung in den Schuldienst. Zugelassene Bewerber werden vom hessischen Amt für Lehrerbildung schließlich an die Zentralstelle Personalmanagement Lehrkräfte (ZPM) gemeldet, wo sie in eine zentrale, hessenweite Liste aufgenommen werden.

Bei entsprechendem schulischem Bedarf werden QuiS-Bewerber aus dieser Liste dann der Schule gemeldet, die aus den Bewerbern auswählen. Das Staatliche Schulamt schließt daraufhin mit den Lehramtsanwärtern einen unbefristeten Angestelltenvertrag, inklusive einer sechsmonatigen Probezeit, ab. Wenn der Schulleiter innerhalb dieser Zeit feststellt, dass der Kandidat geeignet ist, kann die berufsbegleitende Qualifizierung beginnen. Diese dauert höchstens drei Jahre und schließt mit einer Prüfung ab, die einer ersten und zweiten Staatsprüfung gleichgestellten Qualifikation entspricht.

„Klassischer Quereinstieg“ in Hessen

Auch der mehr oder weniger klassische Quereinstieg ist in Hessen möglich. Dabei handelt es sich nicht um einen Seiteneinstieg, also einen direkten Zugang. Der Quereinstieg führt stattdessen in den pädagogischen Vorbereitungsdienst, das Referendariat. Diese Form besteht schon seit mehreren Jahren und ist möglich für die Bereiche Lehramt an beruflichen, an Haupt- und Realschulen sowie an Gymnasien. Die Mindestvoraussetzungen für den pädagogischen Vorbereitungsdienst sind ein universitärer Studienabschluss in einem ausgeschriebenen Mangelfach sowie Studien- und Prüfungsleistungen, aus denen sich ein zweites Unterrichtsfach ableiten lässt. Außerdem sollten Sie das 40. Lebensjahr noch nicht überschritten haben.

Auch wenn Sie diese Voraussetzungen nicht mitbringen, haben Sie als Quereinsteiger in Hessen die Chance die Studien- und Prüfungsleistungen des vorangegangenen Studiums auf ein Lehramtsstudium anzurechnen. Damit verlängert sich zwar die Zeit, bis Sie aktiv in den Lehrerberuf eintreten, aber wenn es sich dabei um Ihren Traum handelt, sollten Sie diese Möglichkeit unbedingt in Betracht ziehen.

Literatur für den Lehramts-Quereinstieg

Quereinstieg in das Lehramt: Sachsen

Mangelfächer

Besonders Mathematiker, Ingenieure, IT-Fachleute und in manchen Regionen auch Dolmetscher oder Sozialpädagogen mit Berufserfahrung haben gute Chancen auf einen späten Einstieg in den Schuldienst, denn gerade in diesen Fächern fehlt oft der Nachwuchs. Um der Unterrichtsausfall-Problematik Herr zu werden, sind die Kultusministerien aller Länder dazu übergegangen, jedes Schuljahr in den sogenannten Mangelfächern Stellen für geeignete Akademiker mit Berufserfahrung auszuschreiben. Die Quereinsteiger erhalten durch pädagogische Nachschulung die vollständige Lehramtsbefähigung, indem sie das Zweite Staatsexamen ablegen. Sind die Quereinsteiger nicht zu alt und weisen bestimmte Qualifikationen auf, werden sie in einigen Ländern sogar verbeamtet.

Jedes Bundesland bietet verschiedene Möglichkeiten, als Quereinsteiger ohne die herkömmliche Lehrerausbildung in den Beruf zu gelangen. In Sachsen wird der Quereinstieg durch die Sächsische Bildungsagentur (SBA) für Einstellungen im Lehrerbereich geregelt. Sie ist die dem Sächsischen Staatsministerium für Kultur und Sport untergeordnete Schulaufsichtsbehörde und beantwortet Fragen, beziehungsweise nimmt Bewerbungen entgegen.

Projekte für den Quereinstieg

Eine ganz neue Option für Lehrer, die den Quereinstieg in Sachen planen, bietet die Technische Universität Dresden. In einem Modellprojekt können sich Interessierte als Lehrer an den drei Schularten Grundschule, Mittelschule und Gymnasium qualifizieren. Voraussetzung für die Teilnahme an dem Programm ist jedoch ein fachwissenschaftlicher Hochschulabschluss. Chemiker etwa können Chemie- und Mathematiklehrer werden.

Das Projekt der TU Dresden versteht sich als Ergänzung zu den regulären Studiengängen. In einem postgradualen Studium sollen die Bewerber die für den Lehrerberuf erforderlichen pädagogischen, didaktischen und unterrichtsmethodischen Kompetenzen erwerben. Das Angebot richtet sich vor allem an Akademiker, die sich beruflich umorientieren möchten und außerdem eine regionale Bindung zu Sachsen haben. Die ersten Bewerber sollen nächstes Jahr, im Sommersemester 2013, mit dem Studium beginnen. Gefördert wird das Projekt vom Europäischen Sozialfonds und dem Land Sachsen mit insgesamt 980.000 Euro.

Quereinstieg auf die „herkömmliche“ Art

Die Möglichkeiten für Quereinsteiger in Sachsen sind also vielseitig. Auch wer sich nicht von Anfang an für eine Lehrausbildung an der Universität entschieden hat, kann in den Beruf gelangen. Mitgebracht werden sollte nur ein einschlägiger fachwissenschaftlicher Hochschulabschluss möglichst in einem der sogenannten Mangelfächer sowie das Interesse am Unterrichten. Besonders in Sachsen können angehende Lehrer damit ohne die herkömmliche Ausbildung ins Referendariat einsteigen. Der Seiten- und Quereinstieg ist in Sachsen vor allem in den ländlichen Gegenden sehr erfolgsversprechend. Dennoch ist es wichtig sich vorab über die Fächer und Kombinationen zu informieren, die in Sachsen gesucht werden.

Vor allem an Berufsschulen ist der Bedarf an Lehrkräften sehr hoch. Voraussetzung ist hier neben dem Studium auch Berufserfahrung. Diese führt zu einem praktisch orientierten Unterricht, den viele grundständig ausgebildete Lehrkräfte nicht bieten können. Wer als Lehrer den Quereinstieg in Sachsen anstrebt, hat gute Karten einen Job fürs Leben zu finden.

Literatur

Um Lehrer zu werden gibt es mehr als nur einen Weg. Wer während seines Studiums oder während des Berufs merkt, dass ihm nicht nur das eigentliche Fach, sondern auch das Unterrichten Spaß macht, kann auch ohne Lehramtsstudium in den Beruf einzusteigen. Neben den spezifischen Anforderungen in Sachsen sollten sich Interessenten zudem über erfolgreiche Strategien für den Quereinstieg ins Lehramt informieren.

Quereinstieg in das Lehramt: Rheinland-Pfalz

Dies gilt, sofern die vorhandenen Ausbildungsplätze nicht vollständig mit Bewerbern besetzt werden können, die bereits eine Erste Staatsprüfung für das entsprechende Lehramt abgelegt haben.

Vorbereitungsdienst und Seiteneinstieg

Lehramts-Quereinsteiger werden in Rheinland-Pfalz zunächst in den Vorbereitungsdienst im sogenannten Beamtenverhältnis auf Widerruf eingestellt. Dieses dauert insgesamt 24 Monate. Besonders talentierte angehende Lehrer können die Ausbildungszeit mit vorausgegangener Lehrtätigkeit und positiven Lernfortschritten um bis zu sechs Monate verkürzen. Die Ausbildung erfolgt dann sowohl im Studienseminar als auch in der Ausbildungsschule.

Das Ziel der Lehrerausbildung im Land Rheinland-Pfalz ist es, am Ende die künftigen Lehrkräfte auf der Grundlage ihres vorhergehenden Studiums mit der Didaktik vertraut zu machen. Der Quereinstieg in Rheinland-Pfalz ist nicht die einzige Möglichkeit, Lehrer zu werden, denn auch der Seiteneinstieg ist realisierbar. Dabei erfolgt die Einstellung in den Schuldienst direkt und ohne den Vorbereitungsdienst. Als Voraussetzung gilt der Hochschulabschluss in einem schulischen Bedarfsfach oder die Erste Staatsprüfung für ein Lehramt, wovon eins der Fächer ein Bedarsfach sein muss. Zurzeit werden nur Seiteneinsteiger für den Einsatz an Gymnasien und integrierten Gesamtschulen gesucht.

Zweite Staatsprüfung und Hospitanz

Nach dem Vorbereitungsdienst legen Quereinsteiger wie reguläre Lehramtsanwärter auch die Zweite Staatsprüfung für das jeweilige Fach ab. Auf diese Weise erwerben sie eine vollwertige Lehrbefähigung und können sich für eine Einstellung in den Schuldienst bewerben. Wer sich nicht ganz sicher ist, ob der Lehrerberuf wirklich das Richtige ist, kann vor dem Quereinstieg in Rheinland-Pfalz erst einmal einen Einblick in den Schulalltag erhalten. Für potenzielle Quereinsteiger besteht bereits vor einer Bewerbung die Möglichkeit an einer Schule zu hospitieren, um einen Eindruck über die tatsächlichen Anforderungen an Lehrer zu bekommen. Es ist ratsam, von diesem Angebot Gebrauch zu machen.

Förderschulen und Berufsschulen

Quereinsteiger werden in Rheinland-Pfalz aktuell nur für Förderschule und für das Lehramt an berufsbildenden Schulen gesucht. Voraussetzung ist die Diplomprüfung in Pädagogik mit dem Schwerpunkt Sonderpädagogik. Bedarf besteht dabei nach Angaben des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung des Landes Rheinland-Pfalz (MBWW) für die Fachrichtungen Lernbehindertenpädagogik sowie Verhaltensbehindertenpädagogik. Der Nachweis eines zweiten Faches ist beim Lehramt an Förderschulen nicht erforderlich.

Berufsschulen suchen ebenfalls nach Quereinsteigern. Da nur Bewerber mit Bedarfsfächern berücksichtigt werden, bestehen gute Einstellungsaussichten. Es gibt zudem die Möglichkeit einer Hospitanz. Aktuell besteht besonderer Bedarf an den Fachrichtungen Pflege, Mathematik, Physik und Informatik.

Informieren Sie sich immer, welche Fachrichtungen genau gesucht werden, da sich diese auch ändern.
Schlechter sieht es hingen für Quereinsteiger an Grund- und Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien aus, da dort in der Regel genügend Absolventen mit Erster Staatsprüfung zur Verfügung stehen.

Literaturtipps zum Thema Quereinstieg ins Lehramt

Neben Einstiegshürden wie fachliche Qualifikation und Bedarfsfächer ist die pädagogische Praxis für viele Quereinsteiger eine echte Herausforderung. Während der Entscheidungs- und Vorbereitungsphase ist es daher ratsam, sich möglichst umfassend über den Lehramts-Quereinstieg zu informieren. Praxisbeispiele, Anforderungen in den Bereichen Didaktik bzw. Pädagogik oder simple Checklisten finden sich dafür in der Literatur.

Infografik: Quer- und Seiteneinsteiger in Rheinland-Pfalz

Die Grafik zeigt wie viele Quer- und Seiteneinsteiger an Schulen in Rheinland-Pfalz in den Schuljahren 2008/2009 und 2009/2010 eingestellt wurde. Es zeigt sich eine klare Tendenz nach oben. Quelle: welt.de

Anzahl von Quer- und Seiteneinsteigern an den Schulen in Rheinland-Pfalz

Quereinstieg in das Lehramt: Baden-Württemberg

Besonders für Berufsschulen ist das ein großer Vorteil.

Baden-Württemberg hat sich aufgrund der brenzlichen Bewerberlage in einigen Schulfächern dazu entschlossen in Mangelfächern auch Seiten- und Quereinsteiger einzustellen. Grundsätzlich ist der späte Einstieg also nur in solchen Fächern möglich, in denen es nicht genügend „Nomalausgebildete“ gibt. Gesucht werden Lehrer für allgemeinbildende Gymnasien und berufliche Schulen.

Für einen erfolgreichen Quereinstieg ins Lehramt sollten sich Anwärter in jedem Fall über benötigte Kompetenzen in Didaktik, Unterrichtsplanung und Pädagogik informieren. Literatur dazu kann auf amazon erworben werden.

Anforderungen an Quereinsteiger

Der Quereinstieg für das Lehramt in Baden-Württemberg setzt zunächst ein mit der Diplom- oder Master-Prüfung abgeschlossenes Universitätsstudium in bestimmten Fächern sowie eine einjährige Berufspraxis voraus. Auch das dem Master vorausgehende Bachelor-Studium muss einschlägige Fächer umfassen. Dazu kommt die Vorgabe, dass sich aus der bisherigen Ausbildung auch ein zweites Fach ableiten lässt. Um als Lehrer in Baden-Württemberg tätig zu werden, müssen Quereinsteiger zwei Fächer unterrichten. Der Mindestumfang für die Ausbildung im Zweitfach sind 50 Semesterwochenstunden. Die Möglichkeit ein zweites Fach mit einem studierten Beifach nachzuweisen besteht ebenfalls. Der Umfang für dieses liegt bei 30 Wochenstunden im Semester. Quereinsteiger, die sich mit einem Nebenfach als zweite Fachrichtung bewerben, haben aber in der Regel schlechtere Chancen.

Informationen über die aktuell gesuchten Schulfächer finden sich auf der Webseite des Kultusministeriums. Andere Fächer sind für den Quereinstieg, auch wenn sie nur geringfügig abweichen, nicht zugelassen. Quereinsteiger mit beliebten Fächerkombinationen haben eher schlechte Karten, denn der Quereinstieg ins Lehramt ist in Baden-Württemberg nur möglich, wenn es an regulär ausgebildeten Lehrkräften mangelt.

Vorbereitungsdienst

Der Seiten- oder Quereinstieg beinhaltet einen eineinhalb Jahre dauernden Vorbereitungsdienst für die angehenden Lehrer. Diesen obligatorischen Dienst schließen Quereinsteiger mit dem zweiten Staatsexamen ab. Danach unterscheiden sich Quereinsteiger nicht mehr von grundständig ausgebildeten Lehrern. Mit Abschluss des zweiten Staatsexamens sind Sie berechtigt an allgemeinbildenden Gymnasien in Baden-Württemberg und teilweise auch in anderen Bundesländern, etwa Bayern, als Lehrer zu unterrichten. Ob sie direkt von der Schule übernommen werden hängt von dem Bedarf ab. Bewerbungen für ländliche und abgelegene Gegenden haben eine größere Erfolgschance.

Aktuell ist der Quereinstieg ins Lehramt in Baden-Württemberg für allgemeinbildende Gymnasien auf die Fächer Chemie und Physik beschränkt. Auch das Fach Chemie soll ab 2014 nicht mehr zur Auswahl stehen, weil dann genügend Lehramtsbewerber mit klassischer Ausbildung zur Verfügung stehen. Da auch die Schülerzahlen in Baden-Württemberg zurückgehen, sinkt der Bedarf an Lehrkräften ohnehin und macht es Quereinsteigern schwerer ins Lehramt einzusteigen.

Literatur

Quereinsteiger ins Lehramt sind mit einer ganzen Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Zu den größten davon gehört es, ohne tiefgehende pädagogische Aufbildung vor der Klasse zu stehen und den Lehrstoff didaktisch aufbereitet zu präsentieren. Deshalb ist es ratsam, sich vor der Entscheidung für einen Lehramts-Quereinstieg Tipps aus der Praxis zu holen. Diese sind zum Beispiel in der Literatur zu finden:

Berufsschulen

An den beruflichen Schulen ist der Bedarf an quer einsteigenden Lehrern wesentlich größer. Aktuell herrscht Lehrermangel in 19 Fächern. Dabei ist für neun Fächer ein guter Abschluss und für die restlichen zehn Fächer ein befriedigender Abschluss notwendig. Weiterhin gibt es bei einigen Fachrichtungen noch andere, gesonderte Anforderungen zu beachten. Informieren Sie sich vor der Bewerbung, ob Sie als Quereinsteiger alle Voraussetzungen erfüllen. Grundsätzlich gelten für die Bewerbung an Berufsschulen die gleichen Anforderungen wie am Gymnasium.

Gelegentlich gibt es auch Einstellungsbedarf in weiteren Fachrichtungen. Das Kultusministerium Baden-Württemberg veröffentlicht auf seiner Webseite eine Liste der Fächer, die gesucht werden. Außerdem finden Sie dort auch Gesuche anderer Bundesländer wie Rheinland-Pfalz oder Anfragen von Schulen im Ausland. Manche Bundesländer stehen Quereinsteigern in das Lehramt offener gegenüber als andere. Gerade im Ausland haben Quereinsteiger oftmals sogar noch bessere Chancen.

Für Quereinsteiger interessant sind gegebenenfalls auch die Möglichkeiten einer befristeten Beschäftigung, beispielsweise als Krankheitsvertretung.

Quereinstieg in das Lehramt: NRW

Das Bundesland sucht dringend Lehrkräfte, da aufgrund der Altersstruktur viele ältere Lehrer in den nächsten Jahren aus dem Beruf ausscheiden. Bis zu 30.000 Lehrkräfte werden gesucht – die Chancen für Quereinsteiger in NRW sind also prinzipiell gut.

Gesucht wird an allen Schulformen mit Ausnahme der Grundschulen. Für Quereinsteiger in NRW gilt zu bedenken, dass die Schulen sich immer mehr zu Ganztagsschulen entwickeln. Dementsprechend verhalten sich auch die Aufgaben und Anwesenheitszeiten für angehenden Lehrer.

Vorreiter NRW – Bewerbung

Interessant ist Nordrhein-Westfalen vor allem auch deshalb, weil das Land eine neue Form des Vorbereitungsdienstes für das Lehramt eingerichtet hat. Hier können die zusätzlichen Qualifikationen für den Lehrerberuf nämlich während des Vorbereitungsdienstes erworben werden. Die Einstellung ist in der Regel zunächst auf 24 Monate befristet. Danach wird ganz normal die Zweite Staatsprüfung abgelegt. Bestehen die sogenannten Lehrkräfte in Ausbildung diese, besitzen sie ab diesem Zeitpunkt die gleiche Lehramtsbefähigung wie regulär ausgebildete Kollegen.

Die Bewerbung muss allerdings ausdrücklich auf eine Stelle abzielen, die für Quereinsteiger ausgeschrieben ist. Eine Auswahlkommission trifft die Entscheidung über die Eignung des Bewerbers. Diese Möglichkeit richtet sich insbesondere an Bewerber, die über ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium und Berufserfahrung verfügen. Einer Anerkennung der nicht auf das Lehramt bezogenen Hochschulprüfung bedarf es nicht. Übrigens zählt auch die Kinderbetreuung als Berufserfahrung im Sinne der obigen Regelung.

Nach dem Bestehen der Zweiten Staatsprüfung ist die Übernahme in ein Beamtenverhältnis möglich, wenn der Lehramtsanwärter nicht älter als vierzig Jahre ist. Älteren Bewerbern steht offen ein Angestelltenverhältnis einzugehen. Hier sind Quereinsteiger für das Lehramt in NRW schlechtergestellt als in anderen Bundesländern, die Lehrer teilweise bis zum 45. Lebensjahr in das Beamtenverhältnis übernehmen.

Voraussetzungen

Genügen die im Studium erbrachten Leistungen nicht für zwei Schulfächer, ist der Quereinstieg nur möglich, wenn die vorliegende Ausschreibung sich direkt an Quer- oder Seiteneinsteiger wendet. Zusätzlich muss über die Dauer von einem Jahr eine pädagogische Einführung an der Schule und dem Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung absolviert werden.

Neben dem Studienabschluss in dem ausgeschriebenen Fach wird auch eine mindestens zweijährige Berufstätigkeit gefordert. Als gleichwertig zählt eine mindestens zweijährige Betreuung von minderjährigen Kindern. Ebenfalls ist vermerkt, dass für die Unterrichts- und Erziehungsarbeit Deutschkenntnisse erforderlich sind.

Literatur für den Lehramts-Quereinstieg

Praxisbeispiele für einen erfolgreichen Quereinstieg in das Lehramt bieten eine gute Hilfestellung während der Entscheidungs- und Vorbereitungphase. Welche Strategien sind erfolgreich? Was sind Do’s, was sind Don’ts? Welches pädagogische und didaktische Grundgerüst ist Notwenig? Antworten auf diese Fragen finden sich in der Fachliteratur.

Wo werden aktuell Lehrer gesucht? Den Lehramts-Quereinsteigern steht in NRW praktisch die gesamte Bandbreite des Lehrerberufs offen: Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, aber auch Gesamtschulen, Sekundarschulen, Berufs- und Weiterbildungskollegs sind hier zu nennen. Offene Stellen werden im Internet veröffentlicht, auch eine Interessentendatei steht zur Verfügung. Gesucht werden Quereinsteiger in NRW hauptsächlich aus den Bereichen Maschinenbau und Elektrotechnik, aber auch die Gestaltungsberufe bieten gute Chancen für den Quereinstieg. Den Interessenten wird empfohlen, zunächst in einem befristeten Arbeitsverhältnis zu prüfen, ob sich die eigenen Vorstellungen von diesem Beruf mit der Praxis decken.

Quereinstieg in das Lehramt: Berlin

Die Referendariatszeit absolvieren sie während der ersten zwei Jahre neben dem Beruf und erhalten sofort ein Gehalt. Allerdings besteht der Arbeitsvertrag unter dem Vorbehalt, dass das Zweite Staatsexamen bestanden wird. Ansonsten endet dieser mit Auslauffrist von zwei Wochen nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses.

Bewerbung und Anforderungen

Der Hochschulabschluss darf bei der Bewerbung für den Quereinstieg nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Anderes gilt jedoch, wenn eine mindestens dreijährige Berufspraxis für diese Zeitspanne vorliegt. Der Abschluss wird im Einstellungsfall dem Ersten Staatsexamen für das Lehramt gleichgestellt. Dabei muss es sich um einen Diplom-, Magister- oder Masterabschluss handeln. Der Bachelor Abschluss reicht in Berlin für Quereinsteiger, die in das Lehramt wollen, nicht aus. Außerdem muss die Bewerbung von Quereinsteigern in der Ausschreibung ausdrücklich vorgesehen sein.

Quereinsteiger haben nur Chancen, wenn ihr Studium zu einem der aktuellen Mangelfächer passt. Zudem muss das gesuchte Mangelfach zwingend als Hauptfach studiert worden sein. Den aktuellen Bedarf veröffentlicht die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft im Internet. Bei der letzten „Nachsteuerung“, wie das Verfahren für Quereinsteiger in Berlin bezeichnet wird, galten die Fächer Mathematik, Physik, Chemie, Informatik, Musik, WAT (Wirtschaft – Arbeit – Technik) und Arbeitslehre als Mangelfächer. Zu den Berufsschulfächern mit mangelnden Lehrkräften zählten Metalltechnik, Elektrotechnik und Bautechnik sowie Psychologie und Sozialpädagogik.

Während der Vorbereitungszeit auf das Zweite Staatsexamen sind wöchentlich zehn Stunden Unterricht zu erteilen. Sieben Stunden stehen der Lehrkraft für den berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst zur Verfügung. Die weiter gemäß dem Arbeitsvertrag zu leistenden Stunden werden für zusätzlichen Unterricht an der jeweiligen Schule verwendet.

Eine weitere Möglichkeit für den Quereinstieg bietet die sogenannte BEOv-Datenbank, die ebenfalls über das Internet zugänglich ist. In Berlin können sich Quereinsteiger hier für befristete Vertretungen eintragen. Die Schulleitungen haben direkten Zugriff auf die Bewerberdaten und können sich im Bedarfsfall mit den Bewerbern und Bewerberinnen in Verbindung setzen. In diesem Fall gibt es allerdings nicht die Möglichkeit, berufsbegleitend den Vorbereitungsdienst auf das zweite Staatsexamen zu absolvieren, sondern wirklich nur befristete Vertretungen zu absolvieren. Dennoch leisten Sie damit einen Beitrag, der Ihnen dabei hilft sich in Berlin als Quereinsteiger für das Lehramt zu qualifizieren.

Schwierigkeiten für Quereinsteiger

In Berlin per Quereinstieg Lehrer zu werden ist also nicht einfach. Bisher hat die Senatsbildungsverwaltung im allgemeinen Schulbereich nur wenige Quereinsteiger zugelassen, denn der Quereinstieg ist nur möglich, wenn es keine voll ausgebildeten Lehramtsbewerber für die gesuchten Fächer mehr gibt. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise ist es deutlich einfacher als Quereinsteiger Lehrer zu werden. Wer allerdings diese Hürde in Berlin meistert und eingestellt wird, hat eine relativ große Sicherheit, langfristig den Lehrerberuf ausüben zu können – trotz Quereinstiegs. Über grundsätzliche Voraussetzungen für einen erfolgreichen Quereinstieg ins Lehramt gibt zudem es zudem aufschlussreiche Literatur:

Literaturtipps zum Thema Quereinstieg ins Lehramt

Infografik: Als Quereinsteiger ins Lehramt in Berlin

Das Diagramm zeigt wie sich die Einstellung von Lehrern ohne grundständige Ausbildung zwischen 2009 und 2012 verändert hat. Die Tendenz ist steigend. Quelle: morgenpost.de

Grafik Lehrer in Berlin ohne grundständige Ausbildung

Quereinstieg in das Lehramt: Niedersachsen

Besonders gute Chancen bestehen natürlich, wenn nicht nur das studierte Hauptfach, sondern auch das Nebenfach zu den Mangelfächern zählt.

Bewerbung

Bestimmte Fächer und Studienabschlüsse ermöglichen es, den Weg über den Vorbereitungsdienst zu nehmen. Die Lehrbefähigung wird durch das Bestehen des Zweiten Staatsexamens erworben und ermöglicht auch den Zugang in das Beamtenverhältnis. Der zweite Weg ist die direkte Bewerbung für den Schuldienst. Hier werden Sie nicht mehr als Quer-, sondern als Seiteneinsteiger bezeichnet. Letztlich spielt die Bezeichnung aber keine Rolle und hat nur etwas damit zu tun ob sie direkt, also als Seiten- oder über den Vorbereitungsdienst als Quereinsteiger ins Lehramt einsteigen. Unter bestimmten Voraussetzungen steht der Weg in die Beamtenlaufbahn auch beim Direktzugang offen. In beiden Fällen muss zuerst das Bewerbungs- und Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen werden.

Eingereicht werden die Unterlagen für den Quereinstieg ausschließlich bei der Landesschulbehörde. Jeder Fall wird einzeln geprüft, da die Situationen und Vorkenntnisse bei den Quereinsteigern stark variieren. Wer das Auswahlverfahren erfolgreich bestanden hat, wird in der Regel als Lehrkraft in einem Angestelltenverhältnis eingestellt, das auf zwei Jahre befristet ist. Bei der Einstellung als Beamter auf Probe dauert die Probezeit drei Jahre.

Anforderungen Quereinstieg

Diagramm Seiteneinsteiger an Niedersachsens Schulen

Infografik: Der Anzahl von Seiteneinsteigern an Schulen in Niedersachsen. Quelle: Financial Times Deutschland

In Niedersachsen gilt für Quereinsteiger, dass für den Weg über den Vorbereitungsdienst die Graduierung als Master oder ein gleichwertiger Abschluss erforderlich ist. Das Hauptfach muss eines der sogenannten Mangelfächer sein, zumeist sind das die Naturwissenschaften. Ein zweites Unterrichtsfach muss ebenfalls nachgewiesen werden. Grundlegende Strategien und Informationen, wie der persönliche Quereinstieg ins Lehramt erfolgreich gelingen kann, finden sich in der Literatur auf amazon.de.

In der Ende 2012 abgelaufenen Bewerbungsphase waren die Fächer Physik, Chemie, Technik, Englisch, Französisch, Latein, Mathematik, Informatik und Kunst an den allgemeinbildenden Schulen Mangelfächer. An den berufsbildenden Schulen fehlte es an Lehrern für die Fächer Metalltechnik, Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik, Hauswirtschaft, Agrarwissenschaften und Sozialpädagogik. Dieser Fächerkatalog kann sich natürlich bis zur nächsten Ausschreibung ändern. Sie können sich jederzeit Hilfe suchend an das niedersächsische Kultusministerium wenden und erfragen, für welche Fächer ein Quereinstieg möglich ist.

Der Direkteinstieg ist in Niedersachsen für Quereinsteiger derzeit an den berufsbildenden Schulen möglich. Voraussetzung ist eine vierjährige praktische Berufserfahrung und ein Hochschulabschluss mit dem Grad Master oder gleichwertig. Die berufliche Fachrichtung muss einem Unterrichtsfach im Sinne der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung zugeordnet werden können. In Einzelfällen haben auch Bewerber mit Diplomabschlüssen an einer Fachhochschule in der Fachrichtung Maschinenbau oder Fahrzeugtechnik eine Chance auf den Quereinstieg, da dort großer Mangel herrscht.

An den allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen haben Quereinsteiger nur dann Chancen auf einen direkten Einstieg, wenn sie bereit sind, in ländliche Gebiete zu ziehen. In den zentralen Orten sind im Normalfall genügend Bewerber mit abgeschlossener Lehrerausbildung vorhanden, sodass Quereinsteiger oftmals schlechte Karten haben. Auch die gesuchten Fächerkombinationen sind regional unterschiedlich. Die Fächer Deutsch, Geschichte, Biologie und Sport sind fast flächendeckend versorgt, weswegen Quereinsteiger mit diesen Schulfächern kaum Chancen haben.

Literatur für den Lehramts-Quereinstieg

Eine ausführliche Hilfestellung für den erfolgreichen Einstieg in den Lehrerberuf mit Praxisbeispielen, Interviews und pädagogische Grundlagen findet sich in der Literatur.

Quereinstieg in das Lehramt: Hamburg

Lehrer aus anderen Bundesländern werden angeworben und auch Quereinsteiger haben deshalb in Hamburg durchaus gute Aussichten auf einen Job. Allerdings nur, wenn ihre Fachrichtung zu den Fächern gehört, in denen Mangel an Lehrkräften herrscht.

Voraussetzungen

Die Chancen für Quereinsteiger in Hamburg sind abhängig vom Bedarf im jeweiligen Fach. Ein Mangel an Lehrkräften besteht zurzeit vor allem bei den MINT-Fächern insbesondere in Physik. Dafür werden Quereinsteiger aus der Fachrichtung Physik, aber auch aus der Meteorologie, der Ozeanografie und der Geophysik akzeptiert. An Berufsschulen sind auch etwa Absolventen der Elektrotechnik und der Metalltechnik zugelassen.

Dennoch müssen noch weitere Anforderungen erfüllt sein. Bewerber, die als Quereinsteiger in Hamburg in den Vorbereitungsdienst an Gymnasien und allgemeinbildenden Schulen planen, sollten nicht älter als 42 Jahre sein. Dann haben sie noch die Chance, in das Beamtenverhältnis übernommen zu werden. Voraussetzung ist auch ein Universitätsabschluss – entweder das Diplom oder der Master. Des Weiteren müssen Sie pädagogische und fachliche Erfahrungen nachweisen. Auf die Bewerbung folgt in der Regel eine zwei- bis vierwöchige Hospitation an einer Schule. Dann hält der Bewerber selbstständig eine Probestunde. Wenn auch diese Hürde genommen ist, muss noch ein eineinhalbjähriges Referendariat absolviert werden. Für das Lehramt an Berufsschulen sind die Voraussetzungen, die gleichen.

Mangelfächer

Neben Quereinsteigern aus bekannten MINT-Mangelfächern haben in einzelnen Fällen auch Diplom-Psychologen und -Psychologinnen, die sich auf die Fachrichtung Kinder- und Jugendhilfe spezialisiert haben, die Chance als Lehrer einzusteigen. Zurzeit ist für Quereinsteiger in Hamburg nur der Zugang in die dafür ausgeschriebenen Fächer möglich. Diese ändern sich zwar, Mangelfächer sind aber klassischerweise die Naturwissenschaften.

Trotz des sich abzeichnenden Bedarfs an zusätzlichen Lehrkräften hat Hamburg die Hürden für Quereinsteiger nicht herabgesetzt. Neben den allgemeinen Anforderungen wie Master- oder Diplom-Abschluss an einer Universität sollte das Studium neben der beruflichen Fachrichtung Nebenfächer wie Mathematik und Physik oder die Sprachen Deutsch, Englisch und Spanisch beinhalten. Gewünscht wird außerdem, dass die Bewerber bereits Unterrichtserfahrung gesammelt haben. Dies muss nicht explizit im schulischen Bereich sein. Lehraufträge an Uni und Berufsschulen können genauso geltend gemacht werden.

Literatur für den Lehramts-Quereinstieg

Abseits der fachlichen Einstiegshürden ist der Lehramts-Quereinstieg auch aus beruflicher Sicht eine Herausforderung.
Praxisbeispiele für einen erfolgreichen Quereinstieg in das Lehramt bieten eine gute Hilfestellung während der Entscheidungs- und Vorbereitungphase. Welche Strategien sind erfolgreich? Was sind Do’s, was sind Don’ts? Welches pädagogische und didaktische Grundgerüst ist Notwenig? Antworten auf diese Fragen finden sich in der Fachliteratur.

Hamburg ein spezieller Fall

Die Bundesländer regeln die Zulassung für die Quereinsteiger individuell. Im Vergleich zu den Anforderungen der Länder scheinen derzeit die Aussichten im übrigen Bundesgebiet momentan besser zu sein. Besonders in Nordrhein-Westfalen sind die Hürden für den Quereinstieg relativ niedrig. Wie das Beispiel Hamburg zeigt, ist es für Quereinsteiger immer dort schwierig, wo es sich um besonders attraktive Standorte handelt. Wer dagegen auch weniger attraktive Gegenden akzeptiert und sich beim Studium an den Voraussetzungen, vor allem hinsichtlich des zweiten Unterrichtsfaches orientiert, hat gute Chancen erfolgreich quer einzusteigen.